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„Wir fahren wirklich nach Indien, was uns dort wohl erwartet? Was müssen wir mitnehmen? Sprechen die echt auch alle Englisch …“ ….viele Gedanken gehen uns durch die Köpfe, als wir in Hamburg in das Flugzeug besteigen, das uns nach Indien bringen sollte. Die Jeypore Evangelical Lutheran Church hat eingeladen zu ihrem Jugendfest zum Thema „Klimawandel und soziale Gerechtigkeit“. Seit einem Jahr sind die Nordelbische Jugend und die Jugend der Jeypore Kirche Partner. Sechs junge Ehrenamtliche aus Schleswig - Holstein waren nun in Indien und zum Heaven Festival erwarten wir eine Delegation aus Koraput. Koraput, eine arme und touristisch nicht erschlossen Region liegt in der Provinz Odisha im Osten Indiens. Europäer sieht man dort nicht oft und entsprechend neugierig werden wir auf der Straße beäugt. Vorbei an schönen Hindu-Tempeln und Moscheen finden wir den Weg zur Kirche mit dem Missions-Viertel, in dem die meisten der ortsansässigen Christen als Minderheit leben. Zum Glück haben wir einige Tage, uns an das Klima und Essen zu gewöhnen, Jugendliche aus der Gemeinde zu treffen, die Umgebung zu erkunden. Kaum angekommen befinden wir uns tanzend als besondere Gäste auf einer indischen christlichen Hochzeit. Die Jugendversammlung beginnt mit einem großen Festumzug von der Kirche zum farbenfrohen und riesigen Versammlungszelt. Es folgten vier Tage mit Andachten, Vorträge, eine große Klima- und Friedensprozession durch Koraput, Workshops, Essen und Unterhaltung am Abend. Auch wir bieten zwei Workshops an bei „Greening young minds“ diskutieren wir über Umweltthemen und erzählen von unserem Projekt Klimasail. Bei „Growing together“ spielen wir mit den Indern Großgruppenspiele. Wir lernen viele Jugendlich aus dem gesamten Bereich des JELC kennen und kommen mit Ehrengästen aus ganz Indien ins Gespräch über Umweltproblematiken und kulturelle Unterschiede. Denn es gibt vieles, das in Koraput District anders ist als in Nordelbien: Die Uhren ticken anders – es herrscht mehr Gelassenheit, das Essen ist schärfer, die Kleidung ist bunter Jungen und Mädchen machen nicht so viel miteinander, weil es sich nicht gehört, die Deko ist knalliger, man isst mit den Händen (genauer der rechten Hand), das Englisch klingt indisch, man trifft überall Straßenhunde und die berühmten heiligen Kühe und jeden Abend von 19 bis 20 Uhr ist Stromausfall. Aber vieles ist auch ähnlich: Die Jugendlichen spielen gerne Fußball, lachen viel, singen und beten zusammen, sind wissbegierig und filmen mit ihren Handys Stars, die bei dem Abendprogramm der Jugendversammlung auftraten. Wir werden überall sehr freundlich aufgenommen, sind bei Familien zu Hause zum Abendessen eingeladen, bekommen Blumen überreicht und werden mit Henna bemalt. Die Kampagne „How green is your church?“ bemüht sich, Müll zu vermeiden, Solarenergie für die Dorfbewohner nutzbar zu machen und auch darüber hinaus Umweltverschmutzungen im Dorf und Umland auf die Spur zu kommen und etwas dagegen zu unternehmen. So zeigte uns Pastor Dinesh auch die nahegelegene Aluminiumfabrik, die die giftigen Abwässer einfach in Teiche leitet, die die Umgebung und das Grundwasser verschmutzen. 14 Tage leben in einer anderen Kultur hat uns die Augen geöffnet für ein wunderbares Land. Wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch, den zum Heaven Festival wollen acht Jugendliche der Jeypore Kirche nach Deustchland kommen um uns in Rendsburg indisch zu verzaubern.
Leona Grewe und Hannah Bahr, Leiterinnen der Nordelbischen Jugenddelegation
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