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D:Projekt rocken die heaven- Bühne am Schiffbrückenplatz
Eingestellt am: 21.02.2012

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Heaven – Inklusiv!

Inklusion – wie und warum?

Inklusion bedeutet, alle Menschen gehören gleichberechtigt zur Gesellschaft. Egal ob alt oder jung, klein oder groß, mit oder ohne Behinderung, unabhängig von Geschlecht oder Herkunft. Inklusion heißt: Für alle Menschen werden die notwendigen Strukturen geschaffen. Der Mensch mit Behinderung muss sich also nicht mehr den gesellschaftlichen Normen anpassen. Ausgrenzung wird von vornherein verhindert.

Inklusion ist Menschenrecht!

Im deutschen Grundgesetz steht schon lange „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“ (Art. 3 Abs. 3 Grundgesetz). Zusätzlich ist im März 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft getreten, die Deutschland unterzeichnet hat. Damit ist der gesamte Inhalt Gesetz! Es steht also keinem Veranstalter mehr frei zu entscheiden, ob er seine Veranstaltung für Menschen mit Behinderung öffnet. Inklusion ist Menschenrecht. Es geht nicht um „wir sind mal ein bisschen nett zu den armen Behinderten“, wie es in der Kirche leider immer noch üblich ist. Menschen mit Behinderung können auch als Akteure auftreten und ihren Beitrag zum Gelingen liefern. Wenn man das zulässt und die Voraussetzungen schafft. Dies gilt nicht nur für „heaven/“, sondern für alle Aktivitäten der Kirche.

Wie erreicht man Inklusion?

Ganz einfach: Durch die Vorgaben der DIN 18024 zur Barrierefreiheit. Zusätzlich für Menschen mit Lernbehinderung durch „Leichte Sprache“. Und durch die Überwindung der „Barrieren in den Köpfen“.

Barrierefreiheit ist zwingende Voraussetzung für Inklusion

„Ein bisschen barrierefrei“ ist genauso unmöglich wie „ein bisschen schwanger“. Zum Beispiel: - Was nützt es dem Rollstuhlfahrer, dass es rollstuhlgerechte WCs gibt, wenn er nicht zum Veranstaltungsort kommt, weil es keinen Bretterweg über den Strand gibt? - Was nützt es dem gehörlosen Besucher, der zwar ohne Mühe zu allen Gottesdiensten, Bibelarbeiten usw. gehen kann, dort aber ohne Gebärdendolmetscher rein gar nichts mit bekommt? - Wie findet sich der nur mäßig sehbehinderte Besucher zurecht, wenn das Programm extrem klein gedruckt und ohne Kontrast ist? - Wie findet der blinde Besucher sich zwischen den verschiedenen Veranstaltungsorten zurecht? - Was hat der Besucher mit Lernbehinderung von Veranstaltungen mit Vorträgen voller komplizierter Formulierungen und Fremdwörtern? Das bedeutet: Alle vereinbarten Standards müssen eingehalten und umgesetzt werden, sonst ist die Teilnahme für Menschen mit Behinderung nicht möglich!

Beim ersten Vorbereitungstreffen wurde beschlossen, „heaven/“ barrierefrei und damit inklusiv zu machen. Mal abgesehen davon, dass es illegal wäre, dies nicht zu tun, gibt es keinen Grund, jetzt wieder von diesem Beschluss zurück zu treten. Und gerade die Kirche hat einen besonderen Auftrag, gegen Ausgrenzung zu kämpfen. In der biblischen Geschichte, wo für den Gelähmten, der zu Jesus wollte, mal eben das Dach abgedeckt wurde, kommt das sehr gut zum Ausdruck. Gott schickt keinen weg, für ihn sind alle Menschen gleich viel wert. Das sollte dann doch wohl auch der Maßstab für den Alltag kirchlichen Handelns sein.

Barrieren in den Köpfen

Die gibt es leider immer noch, und viel zu häufig bei den Menschen, die für konkrete Entscheidungen zuständig sind. Ja natürlich, erstmal ist es neu und ungewohnt, sich auf Menschen mit Behinderung und ihre Bedürfnisse einzulassen. Aber das wird nur besser, wenn man einmal ins kalte Wasser springt und es einfach mal ausprobiert. Darüber hinaus gibt es ja Hilfe, angeboten von den Betroffenen selbst, freiwillig und ehrenamtlich. Im Fall von „heaven/“ stehe ich für die Menschen mit Mobilitäts- und Sinnesbehinderung zur Verfügung, und für Menschen mit Lernbehinderung waren beim letzten Treffen auch Vertreter anwesend. Extrem wichtig ist aber bei der gesamten Planung die Kommunikation. Es kann nicht sein, dass – wie mir berichtet wurde – zuerst eine Vereinbarung über Barrierefreiheit geschlossen und dann nichts davon umgesetzt wird: Mir wurde von Flugblättern und Programmen mit kleiner Schrift und fehlendem Kontrast berichtet, beim Treffen eine komplizierte Sprache (in Anwesenheit von Menschen mit Lernbehinderung) sowie undurchschaubare Aktionen und Spiele. Überlegen Sie mal, wie Sie sich fühlen würden, z. B. als Rollstuhlfahrer auf einer Veranstaltung, bei der Sie nicht alle interessanten Bereiche erreichen können, weil Sie nicht durch den Sand oder über eine holprige, vom Regen aufgeweichte Wiese fahren können. Mit dem Rollstuhl in nicht abgedeckten Kabeln hängen bleiben, usw., und das alles in dem Wissen, dass es heutzutage glücklicherweise endlich vorgeschrieben ist, öffentliche Veranstaltungen für alle zugänglich zu machen. Jeder Mensch, und das gilt auch für Menschen mit Behinderung, will selber entscheiden, zu welcher Veranstaltung er geht, und ob alleine oder mit Begleitung. Nicht umsonst heißt „barrierefrei“ daher auch, „ohne fremde Hilfe“ zugänglich und nutzbar.

Wenn du Vorschläge für inklusive Projekte machen möchtest oder Hilfe brauchst, wende dich bitte an Martina Heesch